INTERESSEN-GEMEINSCHAFT BACKOFEN EMSTAL

Tradition des Brotbackens in originalen Lehmbacköfen des 19. Jahrhunderts

 

Die Brotschlacht

 

In Emstal wird Brot ge­backen. Seit 15 Jahren. Jetzt haben's Ordnungs-Spezis entdeckt - und verboten.

 

Emstal (tms). Auf drei Höhepunk­te ist die 370-Seelen-Gemeinde im Amt Lehnin stolz: aufs Brot­backen am Karfreitag, am Pfingst- samstag und am Sonntag nach Pfingsten. Bis zu 2000 Gäste locken die Feste rund um die denkmalgeschützten Backöfen im Dorfzentrum an. Seit 15 Jah­ren. Seit acht Familien in Emstal beschlossen, wieder traditionell Brot zu backen. Dann Ostern ‘98: Am 5. April wurde der Ofen vor­geheizt, am 6. April 100 Kilo Mehl besorgt. Am 7. April las das Ge­werbeamt des Kreises im Amts­blatt vom Backfest, am 8. April wurde das Lehniner Ordnungs­amt und der Backofenverein in­formiert: Das Fest wird untersagt, wegen des Sonn- und Feiertagsge­setzes. Am 9. April erwirkte Her­bert Schenk, Vorsitzender der Backofen-IG, eine Ausnahmege­nehmigung - doch nur fürs Backen, nicht für den Verkauf. Einheimische und Touristen kauf­ten dennoch, plauderten überTra- dition und empörten sich übers jüngste Vorspiel. Aufregung pur. Nur, weil das Fest für die Kreis- Gewerbeämtler plötzlich nicht mehr kulturell, sondern gewerb­lich war. Lehnins Ordnungsamts- chef Winfried Praus gesteht: „Wir sind von der Reaktion des Land­kreises etwas überrascht worden.“ Schenk stört zweierlei: „So eine Veranstaltung kann nicht zwei Ta­ge vor Termin abgesagt werden. Und: Die am Karfreitag durchgeführte Veranstaltung gilt als ‘kul­turhistorisch wertvoll’.“ Per Brief fordert er jetzt eine Stellungnah­me. Bis Antwort kommt, könnte das große; Backofenfest ran sein. Am Sonntag nach Pfingsten.

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