IG Backofen Emstal Tradition des Backens in original erhaltenen Lehmbacköfen des 19. Jahrhunderts

Museum geöffnet

August
Samstag
17
14:00 h - 16:00 h
Museumsöffnung

Kurze Geschichte Emstals

Emstal gehörte neben vier anderen Dörfern zur Erstausstattung des Klosters Lehnin bei seiner Gründung 1180 durch den brandenburgischen Markgrafen Otto I. Diese Erstausstattung wurde 1190 durch seinen Sohn Markgraf Otto II. bestätigt. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1193 unter dem Namen Zwine. Zur heutigen Gemarkung gehört auch ein Teil der Gemarkung des wüst gefallenen Dorfes Cistecal, das ebenfalls zur Erstausstattung des Klosters Lehnin gehörte. Ab 1580 bis 1936 hiess das heutige Emstal Schwina, zwecks Germanisierung wurde durch die Nationalsozialisten der Ortsname in Emstal geändert. 

Der Dreißigjährige Krieg verwüstete das Dorf fast völlig. 1652 lebten gerade noch fünf Kossäten im Dorf.

1837 zählte das Dorf wieder 37 Wohnhäuser. 1845 ließ Mühlenmeister Hartmann eine Bockwindmühle in Schwiena errichten.

1959 bildete sich eine erste LPG Typ I mit (1960) 33 Mitgliedern und 170 ha Nutzfläche. 1960 wurde eine zweite LPG, diesmal vom Typ III gegründet, die mit 47 Mitgliedern und 191 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche bewirtschaftete. Die LPG Typ I wurde 1970 an diese LPG angeschlossen. 1973 wurden die LPG Rädel und Emstal zusammengeschlossen

Emstal liegt 3 km von Lehnin entfernt im Tal des Flüßchens Emster. Es ist ein typisches Straßendorf.

Die meisten Bauernhöfe mit ihren eingeschossigen Wohnhäusern an der angerartig breiten Dorfstraße stammen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. So auch die 1889 massiv mit Backsteinen umgebaute ehemalige Fachwerkkirche. 

Die Bewohner Emstals verdienten sich ihren Lebensunterhalt mit der Torfgewinnung, die bereits seit 1858 betrieben wurde, als Schiffer durch die Verbindung Emster-Kanal-Brandenburg, als Landwirte und Obstbauern sowie als Handwerker.

 

Auf Befehl der damaligen Obrigkeit, durfte offenes Feuer erst ab 40 Schritten von Gebäuden errichtet werden. Deshalb wurden auf dem Gemeindeacker mitten im Dorf zwischen 1840 und 1845 halbkugelförmige 7 Lehmbacköfen errichtet, um die Versorgung zu gewährleisten.

Ein Mühlenstein neben 120-jährigen Lehmbacköfen, die zu festlichen Gelegenheiten auf dem neugestalteten Backofenplatz benutzt werden, erinnert an die ehemalige Mühle. In unmittelbarer Nähe des Backofenplatzes wurde am 10.Juni 2001 ein Backofenmuseum eingeweiht. Zu sehen sind neben Schautafeln über das Bäckergewerbe auch historische Ausstellungsstücke. 

 

 

 
 

Burgwall bei Schwina

Burgwall bei Schwina

 

Des Nachts, da kommt der wilde Jäger mit seiner Jagd über den Mittelsee bei Schwina, dem heutigen Emstal, hinübergezogen. Wo die hohen Kiefern stehen, von dem sogenannten Burgwall, zieht er aus und dann quer über das Wasser. Die Leute sagen, es sei der Herr der Burg, die dort gestanden. Er sei bei Lebzeiten ein gewaltiger Jäger gewesen und könne auch im Tode nicht davon lassen. Es ist nicht gut, ihm zu begegegnen, wenn es auch nicht allen so geht, wie dem Oberförster Kusig aus Rädel. Der hat einmal allein am Burgwall gejagt, da hat man ihn als Leiche nach Hause holen müssen.

Der wilde Jäger hatte ihm ein Leid angetan, obwohl keine Spur äusserer Gewalt zu entdecken war. Ein Pfahl hat noch lange die Stelle bezeichnet, wo man den Oberförster tot gefunden.

 

(Aus "Sagen der Mark Brandenburg" von W. Schwartz)

Rundwanderweg- Drei- Ecken-Weg

Rundwanderweg- Drei- Ecken-Weg

 

Kobolde, Hexen und versunkene Dörfer begleiten Sie auf dem Drei-Ecken-Weg. rundwanderweg drei-ecken-weg

Genießen Sie einen Rundweg durch grüne Wälder, vorbei an wunderschönen See und durch verträumte Dörfer. Auf dem
Drei-Ecken-Weg tauchen Sie in die Geschichte und Sagenwelt der Mark Brandenburg und erleben
zugleich die unbeschreibliche Schönheit dieser Landschaft.

 

Anreise Drei-Ecken-Weg
Mit dem Auto
Von Westen (Magdeburg):
über die Autobahn A2 in Richtung Berlin bis zur
Anschlussstelle Lehnin.
Von Süden (Leipzig):
über die Autobahn A9 bis zum Dreieck Potsdam, auf
dem Berliner Ring (A10) Richtung Hamburg zum
Dreieck Werder, auf der A2 in Richtung Magdeburg
bis zur Anschlussstelle Lehnin. Von Norden (Hamburg, Rostock) und Osten (Berlin):
Autobahn Berliner Ring A10 bis zum Dreieck Werder, dort abzweigen auf die Autobahn A2 in Richtung Magdeburg bis zur  Anschlussstelle Lehnin. Von dort fahren Sie weiter nach Emstal.

Routenplaner

Mit der Bahn und dem Bus

Die nahe gelegenen Städte Brandenburg a. d. Havel und Potsdam sind Haltepunkt mehrerer EC- und ICZüge.
Von Berlin- Hbf bringt Sie der Regional Express RE1 in 46 Minuten nach Brandenburg. ImAnschluss können Sie mit der Buslinie 553 von Brandenburg a. d. Havel die Ortschaft Emstal erreichen.

Landschaft und Natur rund um Emstal

Landschaft und Natur rund um Emstal

Emstal, am Rlandschaft emstalande des Lehniner Naturschutzgebietes gelegen, weist eine Vielzahl von Schönheiten auf. Für Naturliebhaber und Angler ein Paradies. In den letzten Jahren wurde die Landschaft durch umfangreichen Torfabbau positiv verändert. Durch Umwandlung der ehemaligen LPG Rädel-Emstal in Öko-Hof wurden erstmalig auch in der Flurbewirtschaftung Voraussetzungen geschaffen, eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt gesund zu halten. Eine Landbewirtschaftung ohne Pestizide und Stickstoff ist natürlich auch für uns Menschen gesünder. Pionierarbeit für diese Art der Landbewirtschaftung wurde von Herbert Schenk geleistet.

 

torfteiche Emstal

Viele vom Aussterben bedrohte Vögel finden bei uns noch eine Heimat und sind dabei, sich wieder weiter auszubreiten. Dazu gehören der Drosselrohrsänger, Kranich, Rohrdommel, Bekassine, Eisvogel, Heidelerche, Krickente, Neuntöter, Wendehals, Ziesenmelker, Gartenrotschwanz, Grünspecht, Hohltube, Schafstelze, Waldschnepfe, Wiesenpieper. Ausgestorben sind bei uns die Blauracke, der Wiedehopf, das Rebhuhn - alle 3 Arten waren in den 50 Jahren noch zahlreich bei uns vertreten. Besucher aus den alten Bundesländern sind erstaunt, in Emstal noch den Kuckuck zu hören.

 

emstaler schlauchEine Kostbarkeit besitzt Emstal in seiner Landschaft links und rechts der Emster, deren Quelle im Nachbarort Rädel liegt. Wer Naturerlebnisse in einer ökologisch reichen Landschaft sucht, der findet sie in Emstal. Derartige Bächemit unverschmutzten und unverbauten Bachläufen weisen noch eine ganz spezifische Flora und Fauna auf. Sie besitzen eine besondere Bedeutung für Wildfischarten, die vielerorts schon im Bestand bedroht sind.

 

 

Zum verweilen, baden und erholen ladet der Emstaler Schlauch mit seinem Naturbadestrand und einem Spielplatz für Kinder ein. Unsere Umgebung ladet auch zum wandern rund um Emstal, durch Buchen- und Kiefernwälder vorbei an Feldern und Wiesen und Wasser mit seiner reichhaltigen Flora und Fauna.

Tun wir alles, um uns diese Natur recht lange zu erhalten.

Die Sage vom Gohlitzsee

Die Sage vom Gohlitzsee

 

 

Die mussten mal ihre Hofart büßen, die stolzen Bauern. So viel Brot hatten sie, um Weizenbrot, dass sie die Schweine damit füttern, und damit nicht genug, nein sie haben den mit Krume den Schmutz abgerieben.

So gingen sie mit der lieben Gottesgabe um.

Da ist dann eines Tages der kleine Spring an der Höhe losgezogen, mit Gepolter und soviel Wasser in der Stunde, als in den Jahren nicht, dass der Boden weichte.

Und das Volk sah noch nicht Gottes Finger, es lachte und meinte, es müsse endlich aufhören, und gingen nicht von ihren Häusern und Schätzen, bis es zu spät ward.

Da sank bei Sonnenuntergang das ganze Dorf ein und verschwand, mit Mann und Maus, mit Vieh und Gärten, und kein einziger ist entkommen.

Der kobold von Schwina

Der Kobold von Schwina

 

 

In Schwina ist ein Bauer gewesen, der hat lange Jahre einen Kobold in seinem Hause gehabt und ist durch ihn ein reicher Mann geworden. Oftmals hat ihn das Gesinde gesehen, wie er als Rotbart in der Stube umhergeflogen oder als Kalb mit feurigen Augen in der Küche gelegen oder als Katze auf dem Boden herumgesprungen ist. Zuweilen hatte er sogar als schieres Feuer früh morgens im Ofen gelegen, so dass die Magd jählings erschrocken ist und schnell zur Hausfrau lief, ihr zu sagen, dass dort ein feuriges Untier sei.

Dann ist die Frau hinausgegangen und hat die Magd nach einer Weile gerufen, und sie gefragt, was sie nur schreie, es sei ja nichts da.

Aber die wusste es besser, denn die Frau hatte den Kobold immer fortgelockt, so dass dann natürlich nichts mehr zu sehen war. Die Frau hatte nämlich mit dem Kobold sehr gut gestanden, so dass er ihr allerlei Liebes und wohl nicht immer ganz in Ehren erwiesen.

Darum mag dann wohl der Bauer, als er überdies wohl Geld genug hatte, des Kobolds überdrüssig geworden sein, denn er hat ihn in einen Koben gepackt und weit, weit fortgetragen, so dass er nicht hat wieder zurückfinden können.

 

(Aus "Märchen und Sagen" von A. Kuhn)

Gedicht über Emstal

 

Emstal, meine Heimat

 

Unser Dörfchen Emstal ist sehr weit bekannt.

Viele Sehenswürdigkeiten werden hier genannt.

"Alles anzusehen, kostet sehr viel Zeit.

Viele liebe Menschen sind dazu bereit."

 

Unser Backofenmuseum, unser großer Stolz.

Es wird „Schau“ gebacken, geheizt wird mit Holz.

 "Knackbunde zum heizen, diese brauchen wir,

Kugelbrote kneten, ist der Frauen Revier."

 

Backen wir die kleinen Brote rund und braun,

kommen viele Besucher hierher und schaun.

"Wie das Brot gebacken wird, dort am Straßenrand.

Unsere Lehmbacköfen werden sie genannt."

 

Schicke Häuser, viele Blumen wachsen hier im Dorf.

Jeder wohnt hier gerne, möchte nicht gern fort.

"Feiern wir das Neptunfest hier am Badesee

freuen sich die Kinder, Spaß und Freud "OLLEE"

 

Auch ein Vogelscheuchen-Wettbewerb ist wunderschön,

und das Vogelparadies im Schlauch zur Ernster fließt.

"Viele Vereine bieten Gelegenheit,

Freizeit zu genießen, viele sind bereit."

 

Wo die Buchen rauschen leise noch ein Lied,

durch die Luft sehr oft ein feines Lüftchen zieht.

"Wo man schlacht ein Schweinchen,

manchmal auch "ne Ent,

da ist meine Heimat, die man Emstal nennt."

 

 

 

Helga Ruhle 2001